Stahlschnitt für Ehrenbürger Georg Noll in Großkrotzenburg

Zum Anfang wurden Pfarrer Kollinger und Altbürgermeister Georg Noll ausgewählt, die von Manuela Pöhl treffend skizziert wurden. Inzwischen wurden die beiden Figuren installiert, kurz bevor die kalte Jahreszeit die Fundamentierung erschwerte. Entsprechende Informationstafeln sind fertiggestellt und werden zeitnah angebracht.
Georg Noll wurde am 23.08.1874 in Großkrotzenburg geboren, am 05.03.1967 verstarb er am gleichen Ort. In den über neunzig Jahren seines Lebens liegen viele einschneidende Ereignisse für Großkrotzenburg.
Sein Vater Wilhelm Noll war bereits seit 1873 Bürgermeister. Am 14. Mai 1901, also nach 27 Dienstjahren, löste ihn dann sein Sohn Georg ab. Der Bürgermeister wurde damals in einer Versammlung per Abstimmung von der wahlberechtigten männlichen Bevölkerung gewählt, Frauen waren davon wie bei anderen Wahlen ausgeschlossen. Als Versammlungsort ist die Gaststätte „Zum Schlüssel“ in der Kirchstraße bekannt. Am 19. März 1913 wählte man ihn dann auch zum ersten „besoldeten“ - also hauptamtlichen -Bürgermeister. Die Amtsstube befand sich im Erdgeschoss seines Wohnhauses in der Bahnhofstraße 14. Das erste im Jahr 1919 gewählte und aus 12 Personen bestehende Gemeindeparlament bestätigte Noll in seinem Amt. Der Baubeginn für das neue Schulhaus, heute Theodor-Pörtner-Haus, im Jahr 1926 fällt in seine Amtszeit, wie auch die Gründung der Ordensbauten „Kreuzburg“ für die Weißen Väter 1928 und das „Schwesternhaus“ der Vinzentinerinnen 1929.
Noll war im Jahr 1908 auch Mitbegründer der Zentrumspartei, die während seiner Amtszeit die Mehrheit im Gemeindeparlament stellte. Dies sollte auch bei den letzten freien Kommunalwahlen am 12. März 1933 so bleiben. Und obwohl eine klare Mehrheit des gewählten Ortsparlamentes hinter ihm stand, musste er seinen Platz am 22. Oktober 1933 auf Anweisung des nationalsozialistischen Landrates räumen.
Die Dauer seiner Amtszeit von 32 Jahren spricht für seine Beliebtheit bei der Bevölkerung. „Mit der Idee der Stahlschnitte ehren wir das Andenken der Großkrotzenburger Ehrenbürger, so auch an Bürgermeister a.D. Georg Noll“, so der 1. Vorsitzende Stefan Uchtmann. „Vielen Dank an den Heimat- und Geschichtsverein für dieses Zeichen der Erinnerung – gerade im Hinblick auf das 850-Jahrjubiläum der Gemeinde, das 2025 stattfand“, so Bürgermeisterin Theresa Neumann.

