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Gemeinde Großkrotzenburg

Bahnhofstraße 3
63538 Großkrotzenburg
Telefon: 06186 2009-0
Fax:   06186 2009-222

Öffnungszeiten

Mo    8:30 - 12:00 Uhr
Di     8:30 - 12:00 Uhr
Mi     8:30 - 12:00 Uhr
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Fr     8:30 - 12:00 Uhr

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Asylbetreuung in Großkrotzenburg – Aus Sicht von Verwaltung und Bürgermeister

 

Über die Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern in Großkrotzenburg ließen sich mit Sicherheit seitenlange Ausführungen machen. Während derzeit rund 70 ausschließlich männliche Personen bei uns untergebracht sind, waren dies zu Spitzenzeiten bis zu 150 Personen, zeitgleich untergebracht in der Schulstraße und in der inzwischen nicht mehr existenten Unterkunft in der Kahler Straße. Über die Jahre befanden sich so insgesamt mehr als 250 Asylsuchende in unserem Ort. 

Viele von Ihnen haben hier bei uns Deutschkurse absolviert, wurden in Asylangelegenheiten ebenso unterstützt, wie bei der Suche nach Ausbildungs- und Arbeitsstätte. Nicht wenige von Ihnen haben den Absprung aus der Gemeinschaftsunterkunft geschafft. Zu verdanken haben Sie dies nicht nur den Mitarbeitern der Gemeinde Großkrotzenburg, sondern auch dem engagierten Netzwerk von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, die Großes geleistet haben. Manch andere Kommune hat uns um die hier gelebte Asylbetreuung beneidet.

Dies alles wird nun pauschal schlecht geredet, teilweise von Personen, die sich in den zurückliegenden Jahren nicht im Ansatz für die Belange der Asylsuchenden interessiert haben.

Auslöser hierfür ist das schreckliche Ereignis vom 13. Januar diesen Jahres, als ein junger Mann aus Afghanistan das Opfer eines Gewaltverbrechens wurde und sein Leben lassen musste. Der mutmaßliche Täter war rund 18 Monate vor dieser Tat – wie alle anderen Bewohner der Unterkunft auch – durch den Kreis unserer Kommune zugewiesen worden. Und er war einschlägig vorbestraft, hatte seine Haftstrafe vollständig verbüßt. Den Mitarbeitern der Gemeinde trat er unterdessen zu keiner Zeit aggressiv gegenüber. Vielmehr beschreiben sie ihn als einen ruhigen und zurückhaltenden Menschen, der eigentlich nur seine Ruhe haben wollte. Der alle Termine anstandslos einhielt und seine Arbeit ohne Anlass zu Kritik verrichtete. Im Nachgang zu seiner durch nichts zu entschuldigenden Tat wollen nun alle von seiner Gefährlichkeit gewusst und vor ihm gewarnt haben. Angeblich habe er erst kurz vor seiner Tat einen seiner Mitbewohner mit dem Messer bedroht. Zur Anzeige gebracht oder zumindest die Asylbetreuer informiert hat unterdessen niemand.

Ohne jeden Zweifel wird man zur Diskussion stellen müssen, ob vorverurteilte Gewalttäter in Gemeinschaftsunterkünfte zugewiesen dürfen. Auch der Landrat des MKK hat ein diesbezügliches Umdenken eingefordert. Aber die (Mit-)Schuld an dieser Tat bei den Mitarbeitern der Gemeinde zu suchen, geht eindeutig zu weit. Aufzuklären, was am Abend der Tat geschehen ist, ist zudem alleinige Aufgabe der Ermittlungsbehörden. Diese werden herauszufinden haben, was den Täter, der an diesem Abend augenscheinlich auch nicht ohne Verletzungen geblieben ist, zu seiner Tat getrieben hat.

Als wäre diese Schuldzuweisung an die Asylbetreuer der Gemeinde nicht genug, geistern auch noch Begriffe wie „Gewalt“, „Korruption“ und „Versäumnisse bei den Brandschutzeinrichtungen“ durch diverse schriftliche Einlassungen. Zwar betont man wiederholt, dass man ja niemanden vorverurteilen möchte, hält es aber trotzdem für richtig, vollkommen unbewiesene Behauptungen, zum Beispiel der Bestechlichkeit, immer und immer wieder –auch öffentlich – zu wiederholen. Fast möchte man den griechischen Schriftsteller Plutarch zitieren, der bereits wusste: „Semper aliquid haeret“ oder „Es bleibt immer etwas hängen“. Also, selbst wenn das, was behauptet wird, sich später als nicht wahr herausstellen sollte, so bleibt immer etwas an dem Zielobjekt hängen, es wird diesen Makel nicht mehr los.

Auch an einer objektiven Aufklärung der Sachverhalte scheint man nicht wirklich interessiert zu sein. So jedenfalls der bisher entstandene Eindruck. Immerhin haben ja mehr als 30 Bewohner der Unterkunft einen Brief unterschrieben, der diesen Korruptionsvorwurf enthält. So weit, so richtig. Allerdings muss man auch zur Kenntnis nehmen (wollen), dass viele, sehr viele der Unterzeichner gar nicht wussten was sie da unterschrieben haben, weil sie den in wohlfeilem Deutsch formulierten Brief überhaupt nicht lesen können, weil ihnen auch gar nicht erklärt wurde, was da alles steht, weil sich ihre Unterschriften auf lose beigefügten Blankoblättern befinden. Nicht verwunderlich, dass inzwischen einige der Unterzeichner erklärt haben, dass die in den Schreiben erhobenen Vorwürfe nicht der Wahrheit entsprechen. Um sich mit den gegen Mitarbeiter der Gemeinde gerichteten Vorwürfen weitergehend persönlich auseinanderzusetzen, wurden die Bewohner der Unterkunft am vergangenen Sonntag zu einem Gespräch in das Bürgerhaus eingeladen. Neben dem Bürgermeister waren zwei Vertreterinnen der Johanniter Unfallhilfe vor Ort und der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Bernd Kurzschenkel, über dessen Objektivität auch beim politischen Gegner keine ernsthaften Zweifel bestehen sollten. Die maßgeblichen Fragen an die Bewohner wurden in deren Muttersprache übersetzt, um Missverständnisse so gut es geht auszuschließen. Die in Begleitung von Mitgliedern der CDU und der Krotzebojer Grünen vor dem Bürgerhaus erschienen Bewohner, ließen allerdings auch nach Erklärungsversuchen der ebenfalls anwesenden Dolmetscher wissen, dass sie nicht an dem geplanten Gespräch teilnehmen würden. Stattdessen wurde eine weitere schriftliche Erklärung überreicht, in der es u.a. heißt, dass „wir jetzt nicht mit Ihnen und einem Politiker von der FDP in einem Einzelgespräch sprechen“ wollen. Im Schlusssatz wird verlautbart: „Wir sind nicht bereit, dass Politik mit uns gemacht wird“. Genau das ist allerdings am Sonntag geschehen. Politik mit den Asylbewerbern gegen die Asylbetreuer der Gemeinde und den Bürgermeister.

Da passt es besser in das Weltbild, wenn man der Gemeinde zudem Versäumnisse bei der Instandhaltung von brandschutztechnischen Einrichtungen vorwirft. Die ungeschminkte Wahrheit ist allerdings, dass zum Beispiel Brandschutztüren nicht aufgrund ihres bestimmungsgemäßen Gebrauchs nunmehr reparaturbedürftig sind, sondern weil sie schlicht und einfach mutwillig beschädigt wurden. Genauso wie die (strafbare) Manipulation von Brandmeldern ein alltägliches Phänomen ist. Da muss es erlaubt sein, dies auch beim Namen zu nennen, auch wenn es dem einen oder anderen nicht passt.

Insgesamt wären alle Beteiligten gut beraten, wenn man das, was die eingangs erwähnten ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer all die Jahre geleistet haben, nicht aufs Spiel setzt, sondern einen ordentlichen Umgang miteinander pflegt und Personengruppen nicht gegeneinander ausspielt.



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