|  Museum Großkrotzenburg

Öffnungszeiten:
Jeden 2. Sonntag im Monat, von 10 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr, geöffnet.
Sonderführung auf Anfrage. Tel 06186/8922.
Das Haus des Museums in der Breitestraße 16, wurde vor genau 100 Jahren als Schule erbaut. Es liegt inmitten eines ehemaligen Römerkastells, von dem noch Reste eines Eckturmes und Teile einer 5 m hohen Umfassungsmauer zu sehen sind. Turm und Mauer sind übrigens die ältesten oberirdischen römischen Bauwerke diesseits des Rheins.
Vom Keller bis zum Dachboden dokumentiert das Museum die Zeitgeschichte von der Urzeit bis in unser Jahrhundert. Die Vorgeschichte gliedert sich in Altsteinzeit, Jungsteinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit bis hin zur Zeit der Kelten. Viele originalgetreu rekonstruierte Werkzeuge, Waffen und Geräte, besonders aus der Steinzeit, sind dabei zu 'begreifen'. Der 'Römischen Besatzungszeit' wurde ebenfalls sehr viel Beachtung geschenkt. Zu sehen sind Mithrasheiligtum, Weihesteine, Reste der römischen Mainbrücke, Karten, Modelle, Dioramen, Rüstungen, Waffen, Eisengeräte, Keramik, Gläser, eine verwendungsfähige Getreidemühle sowie Hypokaustkacheln aus der obergermanischen Heeresziegelei, die mehr als 100 Jahre in unserer Gemeinde angesiedelt war. Auch die Darstellung der Großkrotzenburger Ortsgeschichte nimmt ein breites Spektrum ein. Von der ersten urkundlichen Erwähnung über das Mittelalter, die Zeit der Hexenverfolgung bis hin zur Neuzeit sind viele geschichtliche Perioden vertreten.
An 15 lebensgroßen Figuren und in ca. 10 Schubkästen sieht man anschaulich die Kleidung und allerhand Zubehör, mit dem sich Männer, Frauen und Kinder modisch herrichteten. Feine Stick-, Strick- und Häkelarbeiten sowie spitzenverzierte Unterwäsche treffen sogar unseren heutigen Geschmack.
"Alt Krotzenburg" zeigt auf dem Dachboden des Hauses das bäuerliche Leben und Wohnen wie es unsere Urgroßeltern noch kannten. Die etwa 10 verschiedenen "Stuben" sind jeweils in geschlossenen Ensembles angeordnet. Zu sehen sind: sakrale Gegenstände, ein Kreuz als Erinnerung an den alten Friedhof, der Dorfbrunnen, viele landwirtschaftliche Geräte, die alte Schulstube, Flachsbereitung und Weberstube, Dorfwirtschaft und Bauernküche, der Schreibtisch des Bürgermeisters mit Wohnstube, eine Schlafstube und ein Jugendstilzimmer.
Im Keller des Hauses lernen die Museumsbesucher die Arbeitswelt unserer Vorfahren in mehr als 15 komplett eingerichteten Handwerksstuben kennen: Schusterstube, Küferei, Wagnerei, Schmiede, Hausmetzgerei, Druckerei, Diamantschleiferei, Silberschmiede und Töpferei sowie eine Backstube zeigen die damals überwiegend männlichen Berufszweige, während die Bürstenmacherei, Perlenstickerei, Zigarrenmacherei, Krämerladen und Waschküche den Frauen in früherer Zeit nur geringe Möglichkeiten zum Gelderwerb boten.
Eine Besonderheit des Großkrotzenburger Museums ist es, daß nicht alle Ausstellungsstücke hinter Glas verpackt sind. Man kann zum Beispiel eine Steinzeitaxt in die Hand nehmen, einen Römerhelm aufsetzen und sogar ein "Kind" windeln ganz ohne "Pampers", wie es noch die Großmutter tat. Kein Wunder, daß viele Schulklassen auch aus der Umgebung den Weg in dieses Museum finden, um dort je nach Thema einen interessanten Anschauungsunterricht zu erleben.
Angeboten werden Führungen, die immer öfters auch von Erwachsenengruppen und Vereinen besucht werden, zu folgenden Themen:
- So lebten unsere Vorfahren in der Steinzeit
- Die Römer am Main
- Wie wohnten die Menschen zu Uromas Zeiten?
- Die Hexenverfolgung
- Die Dorfschule vor 100 Jahren
- Alte Handwerksberufe
Das Museum unter der Leitung des Heimat- und Geschichtsvereins ist geöffnet am 2. Sonntag im Monat von 10 - 12 und von 14 - 16 Uhr. Sonderführungen können außerdem unter Telefon 06186/8922 vereinbart werden. 
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