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Ehemalige Synagoge Großkrotzenburg


Die jüdische Gemeinde Großkrotzenburg zählte zu Beginn des Nazi-Regimes mehr als einhundert Mitglieder, von denen nur etwa die Hälfte rechtzeitig auswandern konnte. Aus den Untersuchungen in einem Nachkriegsprozess zum Novemberpogrom 1938 ist bekannt, dass am Nachmittag des 10. November etwa einhundert Personen in die 1826 erbaute und später erweiterte Synagoge eindrangen, sie im Inneren verwüsteten und Gebetsbücher, Thorarollen sowie die zertrümmerten Einrichtungsgegenstände auf den Hof warfen. Auch die an die Synagoge angrenzende jüdische Schule und deren Lehrerwohnung wurden zerstört und geplündert.

 

Danach ging das Synagogengebäude in Privatbesitz über und wurde bis 1947 gewerblich genutzt. 1952 erwarb es die evangelische Kirchengemeinde und nutzte es bis 1974 als Gotteshaus. Nach zwischenzeitlicher Verwendung als Vereinsheim erwarb die Gemeinde Großkrotzenburg 1988 das Anwesen und übergab es nach längerer Renovierung im Jahr 1992 als Gedenk- und Begegnungsstätte der Öffentlichkeit. Zur gleichen Zeit gründete sich der Arbeitskreis Ehemalige Synagoge, dem Vertreter der Kommune, der örtlichen Parteien, der Kirchen, Schulen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger angehören.

 

 



Eine Dauerausstellung auf der Empore des Synagogengebäudes informiert über die Geschichte der jüdischen Gemeinde sowie über religiöse Gebräuche des Judentums. Gedenkveranstaltungen, Vorträge, Lesungen, Musik, Theater und Ausstellungen greifen Themen der jüdischen Geschichte, Kultur und Religion ebenso auf wie Fragen zum Verhältnis zwischen Christen und Juden oder zu den Beziehungen zwischen Deutschland und Israel (Näheres bitte erfragen). Eine wichtige Rolle spielt auch die Kontaktpflege zu ehemaligen jüdischen Bürgern und deren Nachkommen.

 

Der Arbeitskreis bietet einen Informationsdienst für Besucher an, ist in der weiteren Erforschung der jüdischen Lokalgeschichte sowie der Dokumentation des jüdischen Friedhofs tätig und unterstützt insbesondere Schul- und Jugendgruppen bei der Bearbeitung einschlägiger Themen. Interessierte können sich mit Pfarrer Heinz Daume in Verbindung setzen.

 


Standort:

Ehemalige Synagoge Großkrotzenburg

Steingasse 10

63538 Großkrotzenburg

Träger:

Gemeinde Großkrotzenburg

Bahnhofstraße, 63538 Großkrotzenburg

Telefon (0 61 86) 20 09-0

Fax (0 61 86) 20 09-22

Ansprechpartner:

Arbeitskreis Ehemalige Synagoge

Max-Planck-Straße 1

63538 Großkrotzenburg

Vorsitzender :

Heinz Daume

Telefon (0 61 86) 90 06 07

Fax (0 61 86) 90 06 08

E-Mail Heinz.Daume@T-Online.de

Öffnungszeiten:

Nach Vereinbarung

Eintritt frei.

Führungen nach Vereinbarung.

Eine Begleitschrift für Besucher der Ehemaligen Synagoge ist erhältlich.

 

Publikationen:

Euler, Willi: Rückblick auf die jüdische Gemeinde Großkrotzenburg. Großkrotzenburg 1983.

Frank, Abraham / Klab, Heinz (postum) / Pfeifer, Monika Ilona: Ihre Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens.

Die jüdische Gemeinde und der jüdische Friedhof zu Großkrotzenburg. Hrsg.: Arbeitskreis "Ehemalige Synagoge Großkrotzenburg", Hanau 2002.

 




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